11.11.2019 / Veranstaltung

Niederösterreich in Berlin: Startups und Digitalisierung im Fokus

Mit Rekordzahlen bei Startups, Coworking Spaces und Venture Capital-Fonds zählt Berlin zu den Startup Hotspots Europas. Um auf diesem Gebiet von den Besten zu lernen, besuchte Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav mit Vertretern der heimischen Forschungszentren Berlin und tauschte sich über zukünftige Kooperationen aus.

 
 

Die wissenschaftlichen Einrichtungen in Niederösterreich sind sehr aktiv und fördern Forscherinnen und Forscher bei der Umsetzung ihrer Ideen. Damit aber aus den entwickelten Technologien auch Unternehmen hervorgehen, die Arbeitsplätze und damit Wohlstand schaffen, unterstützt das Land Niederösterreich mit seiner Spinoff-Strategie gezielt die Gründung entsprechender Betriebe.

„Berlin bietet ein Umfeld, in dem sich Startups gut entwickeln können. In diesem wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Ökosystem spielen Spinoffs, die aus Forschungsprojekten hervorgegangen sind eine besondere Rolle. Sie brauchen aber ein maßgeschneidertes Unterstützungs- und Begleitprogramm, um ihr gesamtes Potenzial zur Entfaltung bringen zu können. In Niederösterreich bieten wir das mit dem accent, dem Hightech Inkubator und der Finanzierungsgesellschaft tecnet equity. Im Rahmen unserer Studienreisen sehen wir uns an, wo wir in diesem Bereich noch besser werden können und wo es für Niederösterreich Kooperationsmöglichkeiten gibt“, erklärt Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav.

Aus diesem Grund traf Niederösterreichs Wirtschaftslandesrätin unter anderem mit Otmar D. Wiestler, dem Präsidenten der Helmholtz–Gemeinschaft, zusammen. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist die größte deutsche Forschungsorganisation, ein Zusammenschluss von 19 Forschungszentren mit insgesamt 40.000 Mitarbeitern. Ihre Mission ist es, Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft in sechs Forschungsbereichen zu leisten: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Materie, Schlüsseltechnologien sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr.

Um diese Mission zu realisieren, betreiben wir gemeinsam mit zahlreichen nationalen und internationalen Partnern systemische Spitzenforschung in hervorragend ausgestatteten, interdisziplinären Forschungszentren“, sagt Otmar D. Wiestler. „Dabei ist es auch enorm wichtig, unsere Erkenntnisse auf den Markt zu bringen. Nur so können sie den größtmöglichen Nutzen für unsere Gesellschaft entfalten. Dazu haben wir heute mit Partnern aus Niederösterreich interessante Optionen ausgetauscht.“

Landesrätin Petra Bohuslav erörterte mit Otmar D. Wiestler konkret Möglichkeiten, wie Startups aus Niederösterreich mit Startups aus der Helmholtz Gemeinschaft in Austausch treten können, sodass beide Seiten davon profitieren.

Digitalisierung ermöglicht Dezentralisierung

Mit der Digitalisierungsoffensive ist man in Niederösterreich bestrebt, Unternehmen aus dem Technologiebereich aus den Ballungszentren in den ländlichen Raum zu verlagern, um auch dort ein Umfeld für hochwertige Arbeitsplätze zu bieten. Rund um Berlin ist man bereits einen Schritt weiter, wie Coconat Coworking in Bad Belzig, einer kleinen Ortschaft 90 km außerhalb der

deutschen Hauptstadt, zeigt. Auf einem Gutshof wird dort die notwendige Infrastruktur für digitale Jobs geboten, die junge Unternehmen in ihrer Startphase nutzen können. Dort wurde auch die Zukunftsstrategie „Digitales Brandenburg“ entwickelt, die Smart Villages als Ziel hat. Janosch Dietrich, Coconat Gründer: „Früher war der Marktplatz als Ort des Informations- und Warenaustauschs in der Stadt, heute passiert das im Netz, das eröffnet große Chancen für den ländlichen Raum“.

Im Gespräch mit Landesrätin Bohuslav und Vertretern des Wirtschaftsressorts des Landes Niederösterreich erörterte Dietrich die Bedeutung solcher Einrichtungen für die positive Entwicklung des ländlichen Raums. „Wir wollen die Chancen der Digitalisierung nutzen und am Beispiel von Coconat zeigt sich, wie der ländliche Raum von den neuen Möglichkeiten profitieren kann“, so Landesrätin Petra Bohuslav.