28.10.2019 / Veranstaltung

„Idea meets Money“ – Mit Plan zum Erfolg

Im Palais Niederösterreich fand zum dritten Mal „Idea meets Money“ Niederösterreich statt. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Regionalprämierung der besten niederösterreichischen Businesspläne 2018 die von Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav überreicht wurden. Neben den Auszeichnungen der Vorjahressiegerinnen und –sieger präsentierten acht aufstrebende Start-ups ihre Businesspläne vor potenziellen Investorinnen und Investoren.

 
 

Niederösterreich ist ein erfolgreiches Gründerland

“Traut’s euch, wir sind an eurer Seite!” Das war die Botschaft, die Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav jungen Gründerinnen und Gründern aus Österreichs größtem Bundesland zurief. Gemeinsam mit Fachhochschulen, Gründeragenturen, Organisationen und Wirtschaftsunternehmen will sie dem Gründerland Niederösterreich frischen Wind verleihen. Dabei setzt sie vor allem auf Spin-offs, also Startups aus dem universitären Bereich.

Die Unterstützung der Gründerinnen und Gründer in Niederösterreich wird in einer Pyramide dargestellt. Das solide Fundament bilden hier die Leistungen der Wirtschaftskammer Niederösterreich. Gemeinsam mit dem riz up werden die Unternehmen dann individuell begleitet. Die Spitze der Pyramide bilden schließlich accent und tecnet, die sich mit hochtechnologischen und kreativen Gründungsideen beschäftigen.

„Wir wollen den Spirit bereits an den Fachhochschulen wecken”, so Bohuslav bei der Veranstaltung „Idea meets Money“, bei der die besten Businesspläne niederösterreichischer Startups prämiert wurden. Und da sei man auf einem guten Weg. „Bis 2021 wollen wir 85 neue Spin-offs begleiten. Wir sind bereits bei 66 und ich bin zuversichtlich, dass wir die 85 schaffen”, so die Landesrätin.

Impulsgeber für den Wirtschaftsstandort

Dass die Start-up Strategie Niederösterreichs Früchte trägt, war auch bei der i2b-Preisverleihung unübersehbar. Beim i2b Businessplan-Wettbewerb 2018 wurden 204 Businesspläne aus ganz Österreich eingereicht. 52 dieser Pläne kamen aus Niederösterreich – die besten drei wurden im Zuge der „Idea meets Money“ Veranstaltung prämiert.

Von der Idee zu einem erfolgreichen Startup führt dabei kein Weg an einem ordentlichen Businessplan vorbei, dem man Förderstellen und Investoren vorlegen kann. „Die beste Idee ist wertlos, wenn danach kein nachhaltiges Unternehmen entstehen kann“, so Emanuel Bröderbauer von der i2b Businessplan-Initiative, die von Erste Bank und Sparkassen und der Wirtschaftskammer Österreich unterstützt wird. Startups bräuchten Eigenkapital, um arbeiten zu können.

„Es braucht die Startup-Szene als Impuls- und Ideengeber für den Wirtschaftsstandort Niederösterreich”, sagte auch Christian Moser, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich. Dem pflichtete auch Franz Pruckner, Vorstandsvorsitzender der Waldviertler Sparkasse Bank AG, bei.

Unterstützung finden Jungunternehmer bei der Finanzierung etwa bei tecnet equity rund um Geschäftsführerin Doris Agneter. Der niederösterreichischen Fonds mit einem Volumen von 50 Millionen Euro investiert vor allem an der Schnittstelle zwischen Forschung und Startups – perfekt also auch für Spin-offs von Bildungseinrichtungen.

Die prämierten Startups

Um niederösterreichische Startup zu unterstützen, werden jedes Jahr ihre besten Businesspläne ausgezeichnet. Für 2018 wurden folgende drei Jungfirmen aus Niederösterreich bei der i2b-Regionalprämierung mit Geldpreisen bedacht:

  1. Kern-Tec

Michael Beitl und Luca Fichtinger haben mit Kern-Tec ein Startup ins Leben gerufen, das sich der Weiterverwertung von Steinobstkernen widmet, die normalerweise am Müll landen. Denn die Samen, bzw. Weichkerne in den Kernen enthalten viele Proteine und Öle, die für die Produktion von Lebensmitteln und Kosmetika weiterverkauft werden können. KernTec hat dafür ein eigenes Verfahren entwickelt, um das Aufspalten und Trennen der Kerne zu automatisieren. Bei der i2b-Regionalprämierung für Niederösterreich haben Beitl und Fichtinger 1.000 Euro und damit den Hauptpreis gewonnen.

  1. Vinotaria

Das Startup aus Wieselburg der drei Gründerinnen Melanie Scholze-Simmel, Katja Diewald und Julia Aigelsreiter hat ein neues Konzept für den Vertrieb und die Vermarktung von österreichischem Wein entwickelt. Bei Vinotaria werden exklusive Qualitätsweine aus Österreich in 0,25l-Flaschen gefüllt und in Themenboxen verkauft. So soll sich die Kundschaft in kleinen Mengen durch verschiedene Weine kosten können. Ab November sind im Boxen auch bei „Fly&Buy“ der Austrian Airlines erhältlich. Bei der i2b-Regionalprämierung für Niederösterreich haben die drei Gründerinnen 750 Euro abgestaubt.

  1. linx4

Das Startup von Gründer Paul Bruckberger aus Leobersdorf arbeitet im Bereich „Industrial IoT“, wo es um die intelligente Vernetzung von Maschinen und Produktionsanlagen geht. linx4 vernetzt dazu Industriemaschinen, um so Daten zu sammeln und zu verwerten. Über sichere Verbindungen können die Daten an Dritte weitergegeben werden – etwa an Banken und Versicherungen. So sollen für Unternehmen neue Geschäftsmodelle ermöglicht werden. Versicherungsprämien könnten auf Basis der Daten je nach Nutzung angepasst werden. Bei der i2b-Regionalprämierung für Niederösterreich hat das Team um Paul Bruckberger 500 Euro bekommen.

 

Folgende Jungunternehmen stehen in den Startlöchern

Neben den drei prämierten Startups haben sich bei „Idea meets Money“ noch acht weitere Startups präsentiert, die derzeit auf der Suche nach Finanzierungen und/oder strategischen Partnern sind:

  • CayFresh (Automaten für türkischen Tee)
  • Genusskoarl (Food, „Wiener Würze“)
  • Kalibri (Bürosessel für gesünderes Sitzen)
  • MeinBau (Vermittlungs-App für Häuslbauer)
  • mindcoa.ch (virtueller Coach für Stress-Management)
  • myBioma (Mikrobiom-Analyse für zu Hause)
  • Ordito (Bestell- und Bezahl-App für Restaurants)
  • QuickSpeech (betriebliches Wissens-Management und Weiterbildung)

Fotos:Raffael Frick