17.10.2019 / Veranstaltung

inteGREATER: Konzept zur Energieeffizienz gewinnt AIT Poster Award 2019

Nachwuchswettbewerb unterstützt junge Talente, ihre Projekte wirtschaftsnah umzusetzen

 
 

Die Zukunft der Forschung beruht auf den Innovationen junger Talente. Aber auch die beste Forschung braucht wirtschaftliches Verwertungspotenzial. Deshalb kooperiert das AIT Austrian Institute of Technology im Rahmen des AIT Poster Awards bereits seit 2010 mit den niederösterreichischen Förderagenturen tecnet equity und accent. Das Ziel: Wissenschaftliche Projekte junger ForscherInnen sollen möglichst wirtschaftsnah aufbereitet werden.

Mit dem Poster Award hat das AIT in den vergangenen zehn Jahren knapp 200 junge Talente gefördert. In diesem Jahr haben erneut 17 leistungsstarke DiplomandInnen, DoktorandInnen und Junior Scientists teilgenommen. Zur Vorbereitung auf den Pitch vor einer Expertenjury wurden in Workshops Verwertungsstrategien erarbeitet und Präsentationstechniken geübt.

Ziel des Poster Awards: Wirtschaftliches Verwertungspotential früh erkennen und voll ausschöpfen
„Forschung muss weiterleben. Sie soll nicht dem Selbstzweck dienen, sondern potenzielle Abnehmer in der Wirtschaft finden. Darum ist es uns ein großes Anliegen, die bemerkenswerte Arbeit der jungen ForscherInnen zu fördern“, sagt Wolfgang Knoll, Managing Director des AIT Austrian Institute of Technology.

Der AIT Poster Award wäre ohne das Know-how der Partner tecnet und accent nicht möglich. „Wir helfen den AIT WissenschaftlerInnen bei der Entwicklung einer passenden Verwertungsstrategie und einer geeigneten Finanzierung. Das Wissen um die ökonomische Verwertbarkeit von Forschung soll bei den NachwuchsforscherInnen früh verankert werden“, erklärt Doris Agneter, Geschäftsführerin der tecnet equity NÖ Technologiebeteiligungs-Invest GmbH.
„Die beste wissenschaftliche Arbeit nutzt nichts, wenn sie nicht so präsentiert wird, dass die Wirtschaft ihr Potenzial erkennt“, ergänzt Michael Moll, Geschäftsführer der accent Gründerservice GmbH. „Als Förder- und Beratungseinrichtung spezialisieren wir uns auf die Unterstützung von technologieorientierten, forschungsintensiven Start-Ups.“

Energie-Themen beim diesjährigen AIT Poster Award ganz vorn
Die diesjährige Gewinnerin des Poster Awards, Ksenia Poplavskaya aus dem AIT Center for Energy, überzeugte mit ihrer Arbeit „inteGREATER: Integrate Congestion Management and Markets for Greater System Efficiency“. Mit ihrem Poster zum Thema Engpassmanagement erklärt die junge Wissenschaftlerin, wie ein Netzwerkengpass im Energiesystem hohe Elektrizitätspreise verursacht. Um dieses Problem zu lösen, hat Poplavskaya einen Software-Algorithmus entwickelt, welcher den Energiemarkt und die Übertragungsnetze modelliert und tagesaktuell die Entscheidungsfindung von Übertragungsnetzbetreibern ermöglicht. Die Energiemarktdynamik mit den verfügbaren Netzkapazitäten kann so optimal genutzt und damit Energie-Übertragungsengpässe vermieden und signifikant Kosten eingespart werden. Die junge Innovatorin darf sich über ein Preisgeld von 1.500 Euro freuen.
Den zweiten Platz des diesjährigen AIT Poster Awards mit einem Preisgeld von 1.000 Euro belegte Sophie Knöttner aus dem Center for Energy mit ihrem Poster zu „Optimized Energy System Operation – A Contribution to Industry 4.0“. Mit ihren Überlegungen zur Optimierung von Energienutzung in den Bereichen Industrie, Transport und privaten Haushalten sollen Energiekosten und Umweltbelastung gesenkt sowie höhere Flexibilität der Stromversorgung und zunehmende Etablierung von erneuerbarer Energie gewährleistet werden.
Den dritten Platz belegte Patrik Aspermair aus der Competence Unit BioSensor Technologies mit seiner Arbeit zu „Smell Sensing 4.0: Organic Semiconductors for Biosensing“. Seine Ansätze befassen sich mit der Frage: „Wie können wir Geruch digital erfassen?“ Der junge Forscher am AIT-Standort Tulln stellt in seiner Arbeit Ansätze dar, die den Geruchssinn technologisch erfassen. Das Ziel: Die automatische Erkennung von verdorbenem Essen in Supermärkten und die frühzeitige Entdeckung von Krankheiten in der Tierhaltung. Er darf sich über ein Preisgeld von 500 Euro freuen.

Petra Bohuslav, niederösterreichische Landesrätin für Wirtschaft, Tourismus und Sport, gratuliert den PreisträgerInnen, die aus der erfolgreichen Kooperation des Landes Niederösterreich mit dem AIT hervorgehen. „Ich bin begeistert vom Zukunftsstreben der jungen WissenschaftlerInnen. Es bereitet mir große Freude zu sehen, welches Potenzial in der jungen Forschung steckt und welche Möglichkeiten sich daraus für zukünftige Projekte ergeben. So können wir gewährleisten, dass der Forschungsstandort Niederösterreich nachhaltig gestärkt wird“, sagt die Landesrätin.