03.05.2017 / Veranstaltung

Reise in die Zukunft – Niederösterreichische Wirtschaftsdelegation im Silicon Valley

Von 24. bis 29. April 2017 stattete eine niederösterreichische Wirtschaftsdelegation unter der Leitung von Wirtschafts- und Technologielandesrätin Dr.in Petra Bohuslav dem Silicon Valley einen Besuch ab. „Hier zeigt sich eindrucksvoll was alles erreicht werden kann, wenn Wissenschaft, Bildungseinrichtungen und Wirtschaft eine Symbiose eingehen und den Boden für Innovationen aufbereiten – eine Strategie, die auch in Niederösterreich erfolgreich umgesetzt wird. Wir sind dabei im Europavergleich bereits hervorragend unterwegs, aber die Unternehmen im Silicon Valley sind die Königsklasse und an ihnen wollen wir uns orientieren“, sind sich Wirtschafts- und Technologielandesrätin Dr.in Petra Bohuslav und der Organisator der Reise, ecoplus Geschäftsführer Mag. Helmut Miernicki, nach ihrer Rückkehr einig.

 
 

„In unserer Wirtschaftsstrategie 2020 haben wir einen klaren Fahrplan für die kommenden Jahre festgelegt und vier Kernstrategien definiert. Mit dreien davon – Nachhaltiger Unternehmenserfolg und Internationalisierung, Forschung, Entwicklung und Marktumsetzung sowie Gründungen mit Wachstumsdynamik – haben wir uns bei dieser Reise intensiv auseinandergesetzt“, erläutert Wirtschafts- und Technologielandesrätin Dr.in Petra Bohuslav die Hintergründe der Reise und ergänzt: „An der Delegationsreise haben auch namhafte Vertreterinnen und Vertreter wichtiger niederösterreichischer Bildungseinrichtungen teilgenommen. Es geht darum, den Studierenden den unternehmerischen Spirit nahe zu bringen. Dazu sind die Fachhochschulen die wichtigsten Multiplikatoren und studieren drei Viertel aller niederösterreichischen Studentinnen und Studenten an einem Technopol-Standort, der von ecoplus betreut wird. Nur wenn wir genügend Unternehmerinnen und Unternehmer in Niederösterreich haben, die sich etwas trauen, wird Niederösterreich zu einem erfolgreichen ‚Wirtschaft 4.0‘-Standort.“

Die USA liegen in der Exportstatistik an vierter Stelle und sind mit rund 485 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2016 der wichtigste Exportmarkt Niederösterreichs außerhalb Europas. Für 2017 wird eine Steigerung der Exporte prognostiziert, nicht zuletzt, weil auch ein starker US-Dollar Exporte begünstigt. Wirtschaftslandesrätin Dr.in Petra Bohuslav: „In Bereichen wie Green Building oder der Fertigungstechnologie hat Europa einen technologischen Vorsprung. Technologieexporte und -kooperationen bleiben daher auch nach der amerikanischen Präsidentschaftswahl erfolgsversprechende Themen. Niederösterreichische Unternehmen wie zum Beispiel die Seisenbacher GmbH, Schnabl Stecktechnik, Schmid Schrauben, APV, Geoprospectors, Berndorf Bäderbau oder auch Biogest  zeigen eindrucksvoll, dass der amerikanische Markt für heimische Betriebe nach wie vor enorme Chancen bietet. Die raschen geopolitischen Veränderungen bestätigen aber unseren Weg, im Export auf mehreren Beinen zu stehen und in unterschiedlichen Wirtschaftsregionen tätig zu sein. Es gilt mehr denn je relevante Daten und Informationen zu sammeln, Märkte auf dem Radar zu haben und Signale wahrzunehmen.“

Bereits 2015 fand eine Marktsondierungsreise in die USA statt. Der Fokus des Besuchsprogramms in New York, Boston und Washington richtete sich damals auf Digitalisierung, Robotik, additive Fertigungstechnologien sowie 3D-Druck und Industrie 4.0. Heuer lag der Schwerpunkt auf dem Silicon Valley, das als weltweit bedeutendster Standort für unzählige IT- und Hightech-Unternehmen gilt. Über 17.000 Start-ups pro Jahr und Unternehmen wie Apple, Cisco, Facebook, Google, Intel und Tesla Motors haben im Silicon Valley ihren Ursprung. Im universitären Bereich sind neben der Stanford University und der University of California in Berkeley eine Vielzahl an renommierten Hochschulen vorhanden, Forschung wird beispielsweise im NASA Ames Research Center oder im Volvo Silicon Valley Research Center betrieben.

Ein besonderes Highlight war eine gemeinsame Veranstaltung mit Open Austria, bei der niederösterreichische und amerikanische mit Top-Firmen der Luft der und Raumfahrt diskutierten – Titel der Veranstaltung: “The Race to Space”. Podiumsteilnehmer waren unter anderem Dr. Dan Rasky von der NASA, Bruce Pittmann von NASA Ames Research Center, Dr. Alexander Reissner von AMR Propulsion sowie der Niederösterreicher  Marcus Scheiber. Der Mödlinger ist im Silicon Valley erfolgreich und betreibt Firmen in Mödling und Palo Alto.

Das Silicon Valley ist aber auch die Heimat vieler neuer Geschäftsmodelle im Bereich Wirtschaft 4.0, die von Start-ups im Valley entwickelt wurden. Daher besuchte die Delegation bestehend aus Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die an den Technopolen beheimatet sind, einerseits bereits etablierte Unternehmen wie airbnb, Spire, facebook und das NASA Ames Research Centre. Andererseits standen auf dem Besuchsprogramm auch die Start-Up-Hubs der Standford University und University California Berkeley, wo Landesrätin Dr.in Bohuslav einen Kooperationsvertrag unterzeichnete. Damit ermöglicht das Land Niederösterreich zwei Studierenden aus Niederösterreich die Teilnahme an der Entrepreneurship Summer School in Silicon Valley, um die US-amerikanische Gründungskultur bzw. diesen Spirit des Silicon Valley erleben zu können und gleichzeitig auch erste Kontakte zu knüpfen.

Tatkräftige Unterstützung bekam die niederösterreichische Delegation vor Ort durch Konsul Martin Rauchbauer und Georg Fürlinger, den Geschäftsführern von Open Austria San Francisco. „Auch dank der Zusammenarbeit mit Open Austria haben wir auf unserer Wirtschaftsdelegation viele Spitzenunternehmen kennengelernt und einen Einblick in den Spirit und die Unternehmenskultur bekommen“, erklärt ecoplus Geschäftsführer Mag. Helmut Miernicki. „Diese Erfahrungen gilt es nun nach Niederösterreich zu transferieren und – umgelegt auf unsere Gegebenheiten – auch umzusetzen. Das Umfeld für erfolgreiches, technologieorientiertes Wirtschaften ist in Niederösterreich bereits ganz hervorragend: ecoplus hat in den vergangenen Jahren alleine in die Technologie- und Forschungszentren unter anderem in Wiener Neustadt, Wieselburg, Krems und Tulln über 100 Millionen Euro investiert. Daran werden wir jetzt anknüpfen und neue, zukunftsweisende Aktivitäten setzen.“

Fotos: copyright ecoplus

 

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